Sep 21
2015

Ubiquinol – das unbekannte „Herzvitamin“

Wer von Euch hat schon mal was von Coenzym Q10 gehört? Einigen Frauen ist das vermutlich durch die Nivea-Werbung bekannt. Was die meisten aber nicht wissen: In Form von Ubiquinol ist Coenzym Q10 in so gut wie jeder Körperzelle enthalten.

Ubiquinol ist für uns lebenswichtig. Ohne eine ausreichende Menge kann keine Körperzelle funktionieren, es ermöglicht unseren Zellen, Energie aus der Nahrung freizusetzen. Wie viel Energie eine Zelle umsetzen kann, hängt entscheidend von der verfügbaren Menge an Ubiquinol ab.

Vor allem Organe mit einem hohen Energieverbrauch wie das Gehirn, aber auch alle Muskeln und vor allem das Herz sind auf ausreichende Mengen Ubiquinol angewiesen, um leistungsfähig zu sein.

Wer jung und gesund ist, bildet in der Regel genug Ubiquinol. Ab 40 geht´s leider bergab: Die körpereigene Produktion geht zurück und das lässt sich auch durch die Ernährung nicht ausreichend ausgleichen: Wer isst schon 60 Avocados oder 1,5 Kilo Erdnüsse täglich…

Die gute Nachricht: Ubiquinol ist ein natürlicher Nährstoff, den es in jeder Apotheke und inzwischen auch in vielen Onlineshops zu kaufen gibt. Ich werde keine Werbung für einen bestimmten Anbieter machen. Wenn Ihr Preise vergleicht, solltet Ihr auf den Ubiquinol-Gehalt pro Kapsel achten. Lasst Euch keine Kombi-Präparate andrehen, wo allenfalls eine homöopathische Dosis enthalten ist: 50 bis 100 mg täglich sollten es schon sein – für Menschen die viel Sport machen, chronisch krank sind oder unter Herzschwäche leiden, können auch höhere Dosen notwendig sein, um einen normalen Ubiquinol-Spiegel zu erhalten.

Übrigens: Zu dem vitaminähnlichen Stoff gibt es unzählige wissenschaftliche Studien, mehr dazu am Ende des Artikels.

„HERZVITAMIN“ und ANTIOXIDANS

Wenn man sich mal vor Augen hält, dass wir mit 40 Jahren schon etwa 30 Prozent weniger Ubiquinol in den Zellen des Herzmuskels haben als gesunde 30-Jährige, wird auch klar weshalb sich viele Menschen mit dem Älterwerden nicht mehr so fit fühlen. Bei einem 80-Jährigen sind es dann übrigens nur noch knapp über 40 Prozent – aber davon sind wir ja noch weit entfernt. Das Herz wird also schwächer. Eine Nahrungsergänzung mit Ubiquinol kann die Energieproduktion im Herzen aufrechterhalten und sogar wieder erhöhen. Deshalb wird Ubiquinol in Fachkreisen auch oft das „Herzvitamin“ genannt, obwohl es strenggenommen kein Vitamin ist. Eine großangelegte Langzeitstudie von Prof. Dr. Mortensen zeigte, dass die Sterblichkeitsrate von Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz um fast die Hälfte gesenkt werden konnte, wenn die Patienten CoenzymQ10/Ubiquinol als Nahrungergänzung erhielten.Mehr Infos zur Studie hier.

Ubiquinol verbindet sich außerdem ganz leicht mit freien Radikalen, macht diese so unschädlich und wirkt somit als starkes Antioxidans. Einfach gesagt.

WOFÜR ODER WOGEGEN HILFT UBIQUINOL?

Also erst mal: Ohne Ubiquinol keine gesunde Zellfunktion. Und wenn wir uns klar machen, dass ohne gesunde, vitale Zellen in unserem Körper NICHTS richtig funktioniert, dann wird auch deutlich, weshalb Ubiquinol so eine universelle Wirkung auf ganz viele Funktionen unseres Körpers hat. Viele Menschen winken an dieser Stelle ab, ganz einfach weil es erstmal wenig glaubwürdig klingt, dass ein Mikronährstoff auf so vieles einen Einfluss haben soll.

Also: Zu wenig Ubiquinol bedeutet, dass unsere Zellen nicht leistungsfähig sind, und zwar alle Zellen, denn ein Mangel wirkt sich ja auf den ganzen Körper aus. Wer einen zu niedrigen Ubiquinol-Spiegel hat, ist oft schlapp, müde, anfällig für Krankheiten, hat eine reduzierte Herzleistung, Muskelschmerzen oder längere Regenerationszeiten. Manche auch alles auf einmal. Übrigens haben auch Menschen im Dauerstress sowie depressive oder stark übergewichtige Menschen häufig zu niedrige Ubiquinol-Blutplasmaspiegel. Hier kann Ubiquinol natürlich nicht die Ursachen beheben, aber zumindest einen Beitrag zu mehr Wohlbefinden leisten.

Auch bestimmte Medikamente können einen Mangel auslösen: Wer beispielsweise Statine (Cholesterinsenker) einnimmt, kennt vielleicht die Muskelschmerzen, die als Nebenwirkung häufiger auftreten. Der Grund: Statine hemmen nicht nur die Cholesterinsynthese, sondern auch die Ubiquinolbildung im Körper. Haben die Muskeln zu wenig Ubiquinol, können diese Schmerzen entstehen. Besonders verheerend ist das natürlich für Menschen, die unter einer Herzschwäche leiden, denn durch den entstehenden Mangel wird das Herz zusätzlich geschwächt. Info zu Ubiquinolmangel durch Statine

Und wer viel Sport treibt, sollte ebenfalls auf einen ausgewogenen Ubiquinol-Spiegel achten. Laut Kölner Liste ist Ubiquinol kein Doping. Es steigert aber die Leistung und sorgt für kürzere Regenerationszeiten sowie für weniger trainingsbedingte Mikroverletzungen. Deshalb ist der Nährstoff im Sport-Bereich auch schon sehr viel bekannter als bei uns Normal-Verbrauchern.

Und auch Samenzellen sind Zellen: Ubiquinol kann auch die Qualität und Beweglichkeit von Spermien verbessern, auch dazu gibt´s ein Studie, hier lang bitte.

UBIQUINOL ODER COENZYM Q10?

Auch Coenzym Q10 ist als Nahrungsergänzung verfügbar und in zahlreichen Lebensmitteln enthalten. Aber um es nutzen zu können, muss unser Körper dieses Coenzym Q10 erst einmal in Ubiquinol umwandeln. Das kann er – aber mit den Jahren nimmt diese Fähigkeit ab. Ubiquinol kann unser Körper direkt nutzen und muss es nicht erst umwandeln. Man braucht geringere Dosierungen und erreicht schneller wieder einen gesunden Ubiquinol-Blutplasmaspiegel.

WAS SAGT DER ARZT ODER APOTHEKER?

Die meisten Ärzte kennen Ubiquinol nicht mal, und was Coenzym Q10 ist, können sie oft nur mit Ach und Krach erklären. Welche Gründe hat das? Coenzym Q10 respektive Ubiquinol wurden und werden intensivst erforscht, und das seit nun fast 50 Jahren. Die Studienlage ist so eindeutig, dass man sich kaum vorstellen kann, dass Ärzte aber auch Apotheker und PTAs deren Bedeutung so wenig kennen.

Auf diese Frage gibt es aus meiner Sicht eine ganz einfache Antwort: Würden die Schwergewichte der Pharmaindustrie hier ein Geschäft wittern, könnte inzwischen jeder Arzt und jeder Apotheker die Bedeutung und Wirkweise von Ubiquinol runterbeten. Da aber es aber „nur“ ein Nährstoff ist, den es seit vielen Jahren gibt und den niemand exklusiv vermarkten kann, ist das Interesse gering.

An dieser Stelle sei aber nochmal ganz deutlich gesagt: Ubiquinol ist ein vitaminähnlicher Nährstoff zur Nahrungsergänzung und kein Medikament. Wer Beschwerden hat wie sie hier beschrieben wurden, der gehe bitte zum Arzt.

Auf der Website www.ubiquinol.info gibt es weitere Informationen, auch zu den erwähnten Studien. Wer sich einen wirklich wissenschaftlichen Überblick über den Stand der Forschung verschaffen will, dem sei ein aktuelles Buch von Prof. Gian Paolo Littaru empfohlen, unter dem Titel „Ubiquinol – Neue Einblicke in die aktivste Form des Coenzyms Q10“ bei Medicatrix (ISBN 978-2-87211-153-4) erschienen. Prof. Littaru war bis 2013 Vorsitzender der International Coenzyme Q10 Association.

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