Aug 20
2015

Woraus bestehen eigentlich zuckerfreie Bonbons?

Diese Frage stellen sich ganz viele Menschen. Und wenn man dann einfach mal nachfragt, bekommt man die verschiedensten Antworten. Ich frage ab und zu mal in der Apotheke, wenn ich Hustenbonbons oder sowas kaufe. Ok, ich weiß es ja inzwischen, aber ich bin dann immer neugierig, ob die Fachleute dort wissen, was sie da tonnenweise über den Ladentisch schieben. Meistens verläuft das Gespräch so: „Ich hätte gerne zuckerfreie Hustenbonbons“ …Packung wird gereicht… „Ach, sagen Sie doch mal, woraus sind die eigentlich gemacht?“ … „Aus Süßstoff!“ Nein. Garantiert nicht. Denn Süßstoffe sind teilweise bis zu 1000mal süßer als Zucker. Da ein Bonbon normalerweise zu etwa 98 Prozent aus Zucker besteht, würde niemand freiwillig ein Bonbon komplett aus Süßstoff lutschen. Die Dame im weißen Kittel: „Dann schau ich mal“ (Dreht die Packung um, strahlt): „Da steht es, aus Isomalt“. Ich: „Ah, Isomalt, danke. Und woraus ist das gemacht?“ (Ich weiß es ist gemein).  „Das ist aus Malz!“. Wieder nein, leider.

Also, ich bin ja mittlerweile voll informiert: Isomalt ist ein Zuckeraustauschstoff, der mithilfe von Enzymen zu 100 Prozent aus Rübenzucker gewonnen wird. Er hat etwa halb so viele Kalorien wie normaler Haushaltszucker – und zwar deshalb, weil die Enzyme helfen, die Verbindungen zwischen den Molekülen zu „verstärken“. So kann Isomalt nicht so schnell und nicht vollständig „aufgespalten“ werden. Bleibt also weniger für die Hüften übrig. Die Zähne freuen sich aus demselben Grund: Die Bakterien im Mundraum können Isomalt nicht zersetzen und es entstehen keine zahnschädigenden Säuren. Und deshalb sind viele Bonbons aus Isomalt auch mit dem Zahnmännchen gekennzeichnet. Funktioniert übrigens auch mit Kaugummi. Schaut mal auf die Packung.

Es gibt übrigens auch noch andere Zuckeraustauschstoffe aus anderen Rohstoffen, wie beispielsweise Xylit oder Sorbit, die finden sich bei zuckerfreien Bonbons aber seltener. Zuckeraustauschstoffen wird nachgesagt, dass Sie bei übermäßigem Verzehr abführend wirken. Für eine solche Wirkung müsste man dann tatsächlich fast die ganze Packung auf einmal lutschen, das hab ich noch nie ausprobiert. Tatsache ist aber, dass Zuckeraustauschstoffe schwer verdauliche Kohlenhydrate sind und deshalb auch wie Ballaststoffe wirken, man sollte es also nicht übertreiben. Wer aber einfach zwischendurch mal ein zuckerfreies Bonbon in den Mund steckt, muss sich darüber keine Gedanken machen.

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